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Wassersport

Welche Versicherung braucht man für sein Boot?

Mit dem Wunsch nach einem eigenen Boot oder Segelboot stellt sich die Frage: „Welche Versicherung braucht man und worauf sollte man achten?“
Tipps und Hinweise zur Bootsversicherung

Berlin und Brandenburg ist eines der größten Wassersportreviere. Bedingt durch heiße Sommer entdecken immer mehr Berliner Dahme, Spree, Havel, Wannsee und die anderen Flüsse und Seen in Berlin und Potsdam. Hat man erst einmal Seeluft auf einem Charterboot geschnuppert, ist der Wunsch nach einem eigenen Motorboot, Hausboot oder Segelboot nicht mehr fern. Nebenher sollte man sich auch mit der Frage: „Welche Versicherung braucht man für sein Boot?“ beschäftigen.

Die Bootskasko / Yachtkasko

Die Bootskasko / Yachtkasko deckt Schäden am eigenen Boot bzw. der eigenen Yacht innerhalb des in der Police vereinbarten Fahrtgebietes. Sie wird für Yachten, Motorboote und Segelboote angeboten. Der Versicherungsschutz gilt ganzjährig auf dem Wasser und auf dem Land. Aufwendungen für Bergung, Wrackbeseitigung und Entsorgung, die im Schadenfall enorme Kosten für den Eigner verursachen können, gehören ebenso zum Versicherungsumfang. Für Hausboote bzw. Floating Home gibt es eigene Versicherungskonzepte, auf die ich in diesem Artikel aber nicht weiter eingehe. Die Kaskoversicherung für Boote und Yachten kennt keine standardisierten Versicherungsbedingungen. Wird mit sehr günstigen Prämien geworben, lohnt sich der Blick in das Kleingedruckte. Ist die Prämie im Verhältnis zum Versicherungsschutz günstig? Welche Leistungen bietet die Boots- und Yachtversicherung?

Welche Kasko-Versicherungssumme ist ausreichend?

Die Versicherungssumme wird als „Feste Taxe“ im Versicherungsschein angegeben und bei Totalverlust unter Berücksichtigung eines zu erzielenden Restwertes bei der Abrechnung des Schadens berücksichtigt. Wertverbesserungen, wie zum Beispiel: Austausch von Polstern, Anschaffung hochwertiger Elektronik, Einbau eines Bugstrahlruders oder andere bauliche Veränderungen sollten bei der Versicherungssumme Berücksichtigung finden. Die „Feste Taxe“ stellt bei einem Totalverlust die maximale Entschädigung dar.
Bei Vertragsabschluss und von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich die Versicherungssumme zu überprüfen. Stimmt der aktuelle Wert des Bootes mit der vereinbarten Versicherungssumme überein? Bei deutlichen Abweichungen sollte eine Anpassung vorgenommen werden, anderenfalls kann dies zu Abzügen im Schadensfall führen.

Günstige Prämie, umfassender Versicherungsschutz und Zusatzleistungen

Die Bootskasko oder Yacht-Kaskoversicherung kennt unterschiedliche Bedingungswerke. Für Boote und Yachten wird in der Regel eine Vollkasko Allgefahrendeckung angeboten. Für kleine und etwas ältere Boote empfiehlt sich unter Umständen eine Teilkasko oder Basisversicherung. Als Eigentümer eines Außenbordmotors sollten man jedoch wissen, dass nur der Totaldiebstahl des Bootes vom Versicherungsschutz umfasst ist.
Einige Highlights, die man in hochwertigen Versicherungsbedingungen findet:

  • Keine Altersabzüge bei Teilschäden
  • Übernahme von Schleppkosten bei Manövrierunfähigkeit
  • Kosten für eine Inspektion nach einer Grundberührung
  • Wegfall der Selbstbeteiligung bei einigen Schadenereignissen (z. B. Einbruchdiebstahl)

Boote und Yachten, die älter als 20 Jahre sind, können ebenfalls mit einer Vollkasko Allgefahrendeckung versichert werden. Die Versicherung schreibt hier allerdings vor, unter welchen Voraussetzungen der Wunsch nach Versicherungsschutz angenommen wird. Alte Holzboote mit einem Überzug aus GFK sind meistens nicht mehr versicherbar, da oftmals versucht wurde, einen maroden Rumpf zu retten. Besteht der Bootskörper stattdessen aus Stahl, ist vorher meistens ein Schallgutachten anzufertigen. Es empfiehlt sich bereits beim Kauf danach zu fragen. Man kann dann davon ausgehen, dass der Bootskörper nicht nur von Farbe zusammengehalten wird.

Haftpflicht für Boote und Yachten

Eine Versicherungspflicht für Boote und Yachten gibt es in Deutschland nicht, dementsprechend schippern viele Eigner ohne Versicherungsschutz über die Flüsse und Seen. Jeder Wassersportler haftet mit seinem gesamten privaten Vermögen für schuldhaft herbeigeführte Schäden. Aus diesem Grund sollte jeder Eigner über eine Haftpflichtversicherung nachdenken. Darüber hinaus verlangen Wassersportvereine und so mancher privater Yachthafen die Vorlage einer Versicherungsbestätigung. Übrigens sind in der Privat-Haftpflichtversicherung eigene private Boote nur in sehr eingeschränkten Umfang mitversichert, daher lohnt sich ein Blick in die Police.

Wann leistet die Haftpflicht

Sie leistet bei berechtigten Schadenersatzansprüchen und übernimmt die Abwehr von unberechtigten Forderungen. Bei einer Gewässerverunreinigung ist die Frage der Schuld jedoch nicht ausschlaggebend, da der Verdacht einer Verunreinigung schon ausreicht.

Wann leistet die Haftpflicht nicht

Bricht im Winterlager plötzlich ein Brand aufgrund eines technischen Defekts von Ausrüstungsgegenständen aus, oder kollidieren zum Beispiel Boote bei Sturm, löst das nicht zwingend Haftungsansprüche aus. Trotzdem leistet die Haftpflichtversicherung für Ihr Boot in diesem Fall gute Dienste, denn sie wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Jeder Eigner sollte wissen, dass nicht jeder Schaden, der von einem anderen Boot oder einer Yacht ausgeht, von der Haftpflichtversicherung des Gegners bezahlt wird.


Uwe-M. Springborn

Gastbeitrag von
Uwe-Michael Springborn

Hauptvertretung der Allianz Versicherung
in Berlin-Tegel und Hoppegarten

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